Dienstag, 9. Januar 2018

Weltliche und geistige Bildung

- Gedanken aus der Silvesteransprache von Bruder Thomas Oelkrug, die mich ins neue Jahr begleitet und mein Zeugnis von der Wahrheit des wiederhergestelten Evangeliums Jesu Christi gestärkt haben -

"Der Herr (hatte) mir, Abraham, die Intelligenzen gezeigt, die geformt wurden, ehe die Welt war." (KP, Abraham 3:22; https://www.lds.org/scriptures/pgp/abr/3?lang=deu) "Der Mensch war auch im Anfang bei Gott. Intelligenz oder das Licht der Wahrheit wurde nicht erschaffen oder gemacht und kann es auch gar nicht." (LuB 93:29; https://www.lds.org/scriptures/dc-testament/dc/93?lang=deu Da wir Intelligenzen sind und wir so wie Gott werden wollen, ... ist es für uns entscheidend in diesem Leben Bildung und Wissen sowie Weisheit und Fertigkeiten auf weltlichen und geistigen Gebieten in uns zu vereinigen.
Was sollen wir uns also lehren, womit sollen wir uns beschäftigen? Der Herr antwortet darauf in einer Offenbarung an Joseph Smith:
Joseph Smith (1805-1844)
"
Lehrt eifrig, und meine Gnade wird mit euch sein, damit ihr noch vollkommener unterwiesen seiet in Theorie, in Grundsätzlichem, in der Lehre, im Gesetz des Evangeliums, in allem, was das Reich Gottes betrifft und was ratsam ist, daß ihr es versteht; in dem, was sowohl im Himmel als auch auf der Erde und unter der Erde ist; dem, was gewesen ist, dem, was ist, dem, was sich in Kürze begeben muß; dem, was daheim ist, dem, was in der Fremde ist; den Kriegen und den Verwirrungen der Nationen und den Strafgerichten, die auf dem Lande lasten; und auch einer Kenntnis von Ländern und von Reichen." (LuB 88, auch Olivenblatt genannt, Vers 78 f.; https://www.lds.org/scriptures/dc-testament/dc/88?lang=deu)

Der Herr fordert von uns also geistiges und weltliches Wissen. Letzten Endes unterscheidet er aber gar nicht so strikt zwischen weltlichem und geistigem Wissen, da Wahrheit, Wissen sowie Erkenntnis ... ewig und unveränderlich sind. Auch kann uns weltliches Wissen, richtig angewandt, zur geistiger Erkenntnis führen. 
 Gordon B. Hinckley hat dazu gesagt:
Gordon B. Hinckley (1910-2008)
"Das Leben, auf das wir uns tatsächlich vorbereiten, ist das ewige Leben. Weltliches Wissen hat für uns ewige Bedeutsamkeit. Wir sind davon überzeugt, dass Gott, unser Vater im Himmel, möchte, dass wir ein Leben führen, das dem seinen gleich ist. Alles, was wir hier in diesem Leben lernen können – und was wahr ist –, wird mit uns in der Auferstehung hervorkommen. Außerdem befähigt uns alles, was wir lernen können, unseren Mitmenschen noch besser zu dienen. Das ist etwas, was nicht nur den Genies vorbehalten ist oder denen, die am schnellsten lernen und die angesehensten Berufe ausüben. Es wird denen zuteil, die demütig und rechtschaffen sind, die Gott lieben und ihm mit all ihren Fähigkeiten dienen, wie eingeschränkt diese auch sein mögen – und im Vergleich zu Gott sind alle unsere Fähigkeiten eingeschränkt.
"   
Weltliche Bildung: Zur weltlichen Bildung sind mir immer noch die Worte von Gordon B. Hinckley im Gedächtnis: „Es ist so wichtig, dass ihr jungen Menschen euch die bestmögliche Ausbildung gönnt. Der Herr hat klar und deutlich gesagt, dass sein Volk sich Wissen von Ländern und Reichen und allem, was die Welt betrifft, aneignen muss, und zwar durch Lerneifer und durch Glauben.“ Gordon B. Hinckley, Generalkonferenz April 1999) In Ländern, die nicht über ein Bildungssystem wie in Deutschland verfügen hat Präs. Hinckley den ständigen Ausbildungsfond ins Leben gerufen.  
In dieser zunehmend komplexen Welt gehören Bildung und Ausbildung mit zum Wichtigsten, was man im Leben erwerben kann. Zwar geht eine bessere Ausbildung im Allgemeinen auch mit höherem Einkommen Hand in Hand, doch was wichtiger ist: Durch größeres Wissen können wir auch mehr dazu beitragen, die Absichten des Herrn zu verwirklichen. In der Broschüre "Für eine starke Jugend" sagt Russel M. Nelson, dienstältester Apostel und damit Präsident des Apostelkollegiums:
Russel M. Nelson (1924)
„Der Bildung kommt im Plan des Vaters im Himmel große Bedeutung zu. Sie soll euch helfen, ihm ähnlicher zu werden. Er möchte, dass ihr euren Verstand schult und eure Fähigkeiten und Talente entfaltet, damit ihr euren Aufgaben gut nachkommt und immer mehr Freude am Leben habt.“ 
 

Als Russel M. Nelson Pfahlpräsident war, wurde er oft von jungen Leuten befragt, denen es um ihre Ausbildung ging. Manche fragten ihn, wie lange es dauerte, bis man Arzt sei. „Normalerweise braucht man ein achtjähriges Studium", antwortete er. „Und wenn man sich spezialisieren will, kann das noch weitere fünf Jahre oder länger dauern, je nachdem, was man werden will." Manchmal kam dann die folgende Reaktion: „Das sind ja dreizehn Jahre oder noch mehr! Das ist mir zu lang!" „Das kommt ganz darauf an", lautete seine Antwort. „Die Vorbereitung auf den Beruf ist einem nicht zu lang, wenn man weiß, was man mit seinem Leben anfangen will. Wie alt wirst du denn in dreizehn Jahren sein, auch wenn du nichts für deine Ausbildung tust? Genauso alt, egal ob du das geworden bist, was du wolltest, oder nicht!"
Geistige Bildung:  Die wichtigste Bildung, die wir uns aneignen können, ist aber, ein eigenes Zeugnis vom Herrn und von der Wahrheit des Evangeliums zu haben. „Trachte nicht nach Reichtum, sondern nach Weisheit, und siehe, die Geheimnisse Gottes werden sich dir enthüllen, und dann wirst du reich gemacht werden. Siehe, wer ewiges Leben hat, ist reich." (LuB 6:7; https://www.lds.org/scriptures/dc-testament/dc/6?lang=deu)   Abraham hatte diesen Wunsch nach geistiger Bildung und einem Zeugnis. Ja er hatte den Wunsch das Priestertum Gottes zu erlangen, was ihm alle diese Segnungen aufschließen würde: "und da ich gewahr wurde, dass mir mehr Glück und Frieden und Ruhe beschieden sein würde, trachtete ich nach den Segnungen der Väter und dem Recht, wozu ich ordiniert sein mußte, um in ihnen zu walten; da ich selbst ein Nachfolger der Rechtschaffenheit war und auch wünschte, jemand zu sein, der viel Erkenntnis besaß, und ein besserer Nachfolger der Rechtschaffenheit zu sein und mehr Erkenntnis zu besitzen und ein Vater vieler Nationen zu sein, ein Fürst des Friedens, und wünschte, Belehrungen zu empfangen und die Gebote Gottes zu halten, wurde ich ein rechtmäßiger Erbe, ein Hoherpriester, der das Recht innehatte, das den Vätern zugehörte." (KP, Abraham 1:2; https://www.lds.org/scriptures/pgp/abr/1?lang=deu) Für ein Zeugnis ist wie bei Abraham der Wunsch wichtig. Wir müssen uns selber die Fragen beantworten wer wir sind, warum wir hier auf der Erde sind, dass es wirklich einen Gott gibt und das er einen Plan für uns hat. Wir können hier auch die Belehrung von Alma bzgl. des Samenkorns anwenden. Wir müssen dem Samenkorn Raum in unserem Herzen geben und damit einen Versuch machen. Wenn es zu sprossen beginnt müssen wir es nähren mit Schriftstudium und Gebet und Dienst am Nächsten. Dann können wir die Frucht des Zeugnisses und der Erkenntnis ernten, diese Frucht, die köstlicher ist als alles andere. Das Erlangen von geistigem Wissen und Erkenntnis geht nicht von heute auf Morgen, sondern verlangt Studium und Ausdauer.                                                                                                                                                                                                            
   
 
      

Donnerstag, 4. Januar 2018

Was uns Böses lehrt

Liest man im Buch Mormon, dann gerät man öfter in die Versuchung, einige Kapitel zu überschlagen, weil darin so viel von Streitigkeiten und Kriegen steht. Was können sie einem schon lehren?
"Üble Kerle" vom Jugendbuchautor Dennis Gaunt (1) hat mich da eines Besseren belehrt.
Dennis Gaunt
Üble Kerle sind hier zunächst Laman und Lemuel, die ältesten Brüder von Nephi, dem treuen Gottesmann. Sie erlebten genauso wie er die Flucht des Vaters und Propheten Lehi aus Jerusalem mit, dem dort nach dem Leben getrachtet wurde. Während die jüngeren Söhne Sam und Nephi ihrem Vater willig folgten, raunzten und quengelten die älteren. Gaunt sieht drei Gründe für dieses üble Verhalten: Unverständnis für das Walten Gottes, Glaubens- durch Gefühlverlust und zunehmende Opfermentalität.
Er folgert daraus, was üble Menschen nicht lernen wollen, sich mit Heiliger Schrift zu befassen, denn das würde ja niemals weiterhelfen.
Gutwillige können aber Dreifaches lernen:
a) wie das Walten Gottes beim Erfahren eigener Wildnis helfen,
b) wie man durch Lesen Heiliger Schrift den Geist öfter verspüren und
c) wie man vergeben und Schuldzuweisung vermeiden kann.
Üble Kerle prägen auch die feine Gesellschaft in dem geräumigen Gebäude jenseits des Flusses in Lehis Traum, sind der ach so kluge Anti-Christ Scherem, die ersten vier Autoren des Buches Omni, König Noa mit seinen falschen priesterlichen Freunden, der gewiefte Priester Nehor, der gerissene Politiker Amlissi sowie der mit egoistischen Argumenten atackierende Korihor. Zuletzt sind es die drei Gegenspieler von Hauptmann Moroni: Zerahemnech, Amalikkja und dessen rachsüchtiger Bruder Ammoron. In welcher Stärke könnte Moroni erscheinen, hätte er nicht diese Gegenspieler? Am Ende eines jedem Kapitels wird festgestellt, was üble Menschen nicht lernen wollen und was eine besonders junge und gutwillige Leserschaft aus den angeführten und auf die Gegenwart bezogenen Beispielen lernen kann.
Jehuda Bacon
Paralell dazu las ich das mir zu Weihnachten geschenkte Buch:"Solange wir leben, müssen wir uns entscheiden - Leben nach Ausschwitz" von Manfred Lütz (2), der darin ein Interview mit Jehuda Bacon wiedergibt, einem der letzten Überlebenden staatlich angeordneter Judenvernichtung. Bei solcher Lektüre bestätigt sich die Begründung für den Kanon der heiligen Schriften im Buch Mormon und der dazu gehörenden Kriegskapitel. Es sollte für uns in den letzten Tagen als Warnung geschrieben sein, aus der wir außerordentlich viel für eigenes gegenwärtiges Glaubensverhalten lernen können. Tun wir das, so bleibt uns die Hoffnung, dass aus so manchem "üblen Kerl", der ja auch in einem jeden von uns steckt, ein Jünger Christi werden kann, so wie einst Saulus zum Paulus wurde.

(1) deutschsprachige Ausgabe im LDS BOOKS Verlag, Bad Reichenhall, 2013
(2) 7. Auflage, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2016

Montag, 11. Dezember 2017

Alles im Herzen bewahren

Die Weihnachtszeit erinnert uns mit ihrem Lichterglanz an das Licht Christi in einer dunklen Zeit. Für den heutigen Tag heißt es in einer Adventsaktion: "Jesus gab Erkenntnisse weiter. Das kannnst Du auch (http://www.kirche-jesu-christi.org/12-dezember-jesus-gab-erkennt-nisse-weiter---das-kannst-du-auch)!
So will ich daran erinnern, dass die Geburt des Heilands vom Propheten Jesaja schon etwa 700 Jahre vor Christi vorausgesagt, von mehreren Propheten bestätigt und deshalb vom jüdischen Volk ersehnt wurde. Allerdings erhoffte es sich die Befreiung von der römischen Besatzung(Jesaja 9:1-5; https://www.bibleserver.com/text/EU/Jesaja9).
Im 1. Kapitel des Lukasevangeliums lesen wir dann von Elisabet und ihrer Cousine Maria. Die Ehe von Elisabet und dem Priester Zacharias war kinderlos geblieben. Da erschien ihm im Tempel der Engel Gabriel und verkündete die Geburt eines Sohnes, dem er den Namen Johannes geben sollte. Dessen Auftrag würde es sein, mit der Kraft des Elija dem Herrn voranzugehen, um das Herz der Väter wieder den Kindern zuzuwenden. Mit dieser Schlüsselverheißung des Propheten Maleachi endet das Alten Testament (Maleachi 3: 24; https://www.bibleserver.com/text/EU/Maleachi3). Sie hat sich mit der Geburt und dem Wirken Johannes erfüllt sowie bei der Geburt des Gottessohns bestätigt.
Erzengel Gabriel bei Maria
Der gleiche Engel Gabriel wurde sechs Monate später zur Jungfrau Maria nach Nazaret gesandt. Sie war zu der Zeit mit Joseph verlobt, der aus dem königlichen Haus David stammte. Ihr verhieß der Engel einen Sohn, den sie den Namen Jesus geben sollte. Das Kind sollte auch heilig und Sohn Gottes genannt werden (Lukas 1:26-35; https://www.bibleserver.com/text/EU/Lukas1).
Maria besuchte daraufhin ihre Cousine Elisabet und fand deren Schwangerschaft bestätigt, so wie der Engel es ihr erzählt hatte. Voll Freude stimmte sie einen Lobgesang an, der lithurgisch als das Magnificat bekannt wurde. Darin pries sie Gott als den, der sich ihr und allen Geringen, Machtlosen und Hungernden zuwendet, um sie aufzurichten. Sie blieb noch bis zur Geburt des Johanes bei Elisabet.
Hat man dieses Hintergrundwissen, dann liest sich die Geschichte von der Christusgeburt, wie wir sie im 2. Kapitel des Lukasevangelium finden, neu. Solange ich im Elternhaus lebte, haben wir sie als Familie Jahr für Jahr vor der Bescherung unter dem Tannenbaum gelesen. Diese Lesung übernahmen wir auch in unsere eigene Familie. Wie wir sehen, war viel mehr geschehen als das, was in Bethlehems Stall und bei den Hirten auf dem Feld geschah. Wir haben mit Maria allen Grund, alles in unseren Herzen zu bewahren und darüber nachzudenken oder mit den Worten Maleachis das Herz der Väter(Mütter) wieder den Kindern zuzuwenden.

Sonntag, 3. Dezember 2017

Hingebungsvoll handeln

Fragt man mich nach meinem religiösen Selbstverständnis, dann vergleiche ich mich gerne mit einem pflügenden Ackergaul. Howard W. Hunter hat das Bild in angemessener Weise auf den Pflüger bezogen so erklärt: "Wer ein Jünger des Herrn wird und Hand an den Pflug anlegt ... erweist sich als würdiger Pflüger. Wer die alten verkrusteten Traditionen aufbricht, bereitet das Feld der Welt auf die Verbreitung des Christentums vor."
Die von Eleanor Knowles verfasste und bei DESERET BOOKS 1994 herausgegebene Biographie  "Howard W. Hunter" ist in dessen Todesjahr 1995 bei LDS BOOKS Bad Reichenhall erschienen. Sie interessierte mich schon beim ersten Lesen stark und ist eine kenntnisreich geschriebene sowie gut übersetzte Perle der HLT-Literatur.
Howard W. Hunter (1907-1995)
Wer hätte Howard W. Hunter vorhersagen können, einmal Präsident der Kirche und damit Prophet zu werden? Sein Vater, ein Lokomotivführer, stammte aus einer weniger aktiven Mitgliedsfamilie, war aber selbst in den Jugendjahren seines Sohnes kein Mitglied einer Kirche. So erhielt der Sohn erst mit 12 Jahren von ihm die Erlaubnis zur Taufe. Als Jugendlicher entdeckte er seine musikalischen Fähigkeiten und förderte sie im Selbstunterricht so weit, dass er mit dem Spiel verschiedener Instrumente einen Teil seines Lebensunterhalts verdienen konnte. Er gründete sogar eine eigene Band, mit der er auf einem Kreuzfahrtschiff bis nach China und Japan kam. Erst mit der Heirat beschloss er, seine Instrumente aus der Hand zu legen und sich voll auf sein berufliches Fortkommen zu konzentrieren. Schließlich entschied er sich zu einem Jurastudium, das er dann als einer der Jahrgangsbesten 1939 beendete.
Wer wissen will, was es bedeutet, aus einer guten Familie zu stammen, eine entsprechende Frau zu finden und mit ihr eine eigene starke Familie aufzubauen, wie man auch in schwierigsten Zeiten verantwortungsbewusst sein Leben gestaltet und bei höchsten Anforderungen erfolgreich die Aufgaben in Familie, Beruf und Kirchenberufungen bewältigt, wie man Tiefen des Lebens überwindet und Höhen dankbar einzuordnen weiß, wie man Freundschaften aufbaut und pflegt sowie sich letzlich als Führer einer rapide wachsenden internationalen Kirche bewährt, der lese diese Biographie eines stets wissbegierigen, entscheidungsfreudigen, hingebungsvollen, disziplinierten, beharrlichen und damit rundum gläubigen Mannes.
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In LDS NEWS habe ich folgende Anzeige des Verlags gelesen:
Durch die Solidargemeinschaft LDS BOOKS&NEWS ist es möglich hervorragende HLT-Literatur in Deutsch zu veröffentlichen und wöchentlich die LDS NEWS zu erstellen und per E-Mail zu versenden (52 Ausgaben pro Jahr mit mehr als 500 Artikeln mit aktuellen Inhalten zum Thema Mormonismus)

Bitte senden Sie die beigefügte Karte per E-Mail an Freunde, die sich für LDS BOOKS&NEWS interessieren könnten.
  
Ich möchte als langjähriges Mitglied dieser Solidargemeinschaft dieser Bitte entsprechen und meine Freunde anregen, sich ihr zum Quartalspreis von 29,10 € anzuschließen. Auch das wäre meiner Ansicht nach hingebungsvolles Handeln:




Freitag, 24. November 2017

Rettungstaten hinzufügen

Über Glauben ist nicht zu streiten, aber ihm darf man hinzufügen. Dem traditionellen Totengedenken der Gläubigen am Ende des Kirchenjahrs sind eben Errettungstaten hinzuzufügen. -
Nach einer Trauerandacht in der letzten Woche kam mir der Gedanke, dass sich ein Angehöriger, der von weit her angereist war, selbst retten könnte. Er äußerte sich anerkennend über diese Trauerfeier. Wenn er jünger wäre, würde er sich einer Kirche gern anschließen, die solche Andachten gestalten könne. Wüßte er vom Rettungswunsch vieler Verstorbener, dann würde er sich wahrscheinlich auch noch im fortgeschrittenen Alter taufen lassen, eine Verordnung, die zur Rettung gehört. Maleachis letzte Worte im Alten Teatament verheißen Errettung: "Bevor aber der Tag des HERRN kommt, der große und furchtbare Tag, seht, da sende ich zu euch den Propheten Elija. Er wird das Herz der Väter wieder den Söhnen zuwenden und das Herz der Söhne ihren Vätern, damit ich nicht komme und das Land schlage mit Bann." (AT, Maleachi 3:23f; https://www.bibleserver.com/text/EU/Maleachi3)
Diese Verheißung erfüllte sich am Anfang des Lukasevangeliums erstmals, als der Hohepriester Zacharias vom Engel Gabriel erfuhr, dass seine betagte Frau Elisabeth Johannes den Täufer, Wegbereiter Christi, den Erretter der Welt, gebären sollte: "Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft des Elija, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist." (NT, Lukas 1:17; https://www.bibleserver.com/text/EU/Lukas1) Man kann diese bedeutsame Schriftstelle weiterverfolgen durch alle Standardwerke.
W. Wooodruff (1807-1898)
J. F. Smith (1838-1918)
So glaube ich Wilford Woodruff, dem ersten Tempelpräsidenten in St. George, dass ihm die Gründungsväter der Vereinigten Staaten erschienen und ihn baten, das stellvertretende errettende Werk für sie zu tun. Unter seiner Amtszeit als Präsident der Kirche wurde 1894 die Genealogische Gesellschaft von Utah gegründet. Seither sind Familienforschung und Tempelarbeit zwei Seiten einer Medaille.
Ich glaube auch Präsident Joseph F. Smith, der kurz vor seinem Tod schwer erkrankte und in dieser Zeit den Erretter bei seinem Besuch in der Geisterwelt sah. Diese Vision bildet jetzt den 138. und damit letzten Abschnitt der Lehre und Bündnisse (LuB 138:25-27; https://www.lds.org/scriptures/dc-testament/dc/138?lang=deu) und bezieht sich auf das 3. Kapitel des ersten Petrusbriefs, worin das Wirken Jesu in der Geisterwelt beschrieben wird (NT, 1. Petrus 3:19-22; https://www.bibleserver.com/text/EU/1.Petrus3).
G.B. Hinckley (1910-2008)
Meridian Idaho Tempel, Quelle: LDS NEWS
Wir werden dann in der Handreichung zum Unterricht (https://www.lds.org/manual/doctrine-and-covenants-and-church-history-class-member-study-guide/lesson-39?lang=deu) auf Präsident Gordon B. Hinckley hingewiesen, der die neue Entwicklung einleitete, den Tempel zu den Mitgliedern zu bringen. Als er 1995 Präsident der Kirche wurde, gab es 48 in Betrieb befindliche Tempel. Selbst weihte er 60 weitere.
Am 19. November 2017 wurde der 158. Tempel in Meridian, Idaho, USA geweiht. Weitere 30 sind angekündigt oder schon im Bau. Wie wird sich der beschleunigte Tempelbau auf uns auswirken? Rettungseinsätze sind mit denen der Feuerwehr vergleichbar. Sie müssen schnell erfolgen und setzen eine hohe Einsatzbereitschaft voraus. -
Im letzten Jahr haben wir vom Zentrum für Familiengeschichte in Dortmund FamilyNights in den Pfahlgemeinden angeregt und dadurch viele Mitglieder ansprechen können. Mehrfach hörte ich aber den Einwand, dass Familiengeschichte wohl nur dann interessant sei, wenn es um erfolgreiche Vorfahren gehe. Die Ahnentafel glänze erst dann richtig, wenn es berühmte Vorfahren gäbe. Der Kirche und ihrer familiengeschichtlichen Organisation FamilySearch geht es aber darum, einen Weltstammbaum aufzubauen, in dem jede Familie und damit alle Menschen, die je gelebt haben, platziert sind.
Eine der uns erzählten Geschichten soll dafür beispielhaft stehen: Eine Mutter hatte nach einer Schwangerschaftspsychose und nachdem ihr Mann sie mit zwei Söhnen allein gelassen hatte, diese zur Adoption freigegeben. Den einen, jetzt selbst schon verheirateten Sohn, beschäftigte im Innersten die Frage, ob seine Mutter ihn wohl geliebt habe. Seine Frau stellte Nachforschungen an und fand heraus, dass die Mutter an Krebs erkrankte und daran verstarb. Durch weitere eifrige und auf wundersame Weise erfolgreiche Nachforschungen fand sie eine Schwester der Verstorbenen, die diese bis zu ihrem Ende betreut hatte. Sie besaß ein Profilbild, auf dem die Mutter lächelnd in die Kamera schaut. Bis dahin existierte nur ein Bild mit abgewandtem Kopf. Das Wichtigste war aber der Bericht, dass die Mutter oft in Liebe an ihre Söhne gedacht und sich deren Erfolg im Leben gewünscht hatte. Für mich war zusätzlich bedeutsam, dass diese Nachforschungen auch die verstorbenen Großeltern mit einschloss und inzwischen für alle das Liebeswerk, das wir auch Erretung nennen können, stellvertretend im Tempel getan wurde.


Samstag, 18. November 2017

Mit Anderen helfen lernen

In unserer Priestertumstlektion (https://www.lds.org/manual/teachings-of-presidents-of-the-church-gordon-b-hinckley/chapter-20-fellowship-with-those-who-are-not-of-our-faith?lang=deu)
fand ich ein bedenkenswertes Gedicht:
 "Er zog einen Kreis und schloss mich aus:
wie einen Ketzer voller Graus.
Doch meine Liebe, sanft und rein,
zog einen Kreis, der schloss ihn ein."
Die ersten beiden Verse erinnern mich an meine Kindheit und frühe Jugend.
Als Vertriebene waren wir aufs Land gekommen und den Einheimischen fremd. Durch die damalige Konfessionsschule wurden wir noch mehr von den ortsansässigen und einer anderen Kirche angehörenden Kindern getrennt. -
Die letzten beiden könnten Leitgedanke für das Thema sein, fürsorgliches Lernen, das besonders in der Familie beginnt.
Symbol weltweiter Zusammenarbeit
Man ist immer geneigt, zuerst für sich und seine eigene Familie zu sorgen. Christlich ist aber, die Bedürfnisse der anderen mit zu sehen, alle als Kinder Gottes zu respektieren, um gemeinsam voranzukommen. Deshalb wollen wir mit allen Menschen guten Willens zusammenarbeiten und Hass, Fanatismus sowie Rassismus aus unseren Herzen verbannen.
Auf diesem Weg sind uns mindestens vier Aufgaben gestellt:
1. Zuhause lehren und vorleben, dass wir alle Kinder Gottes sind.
2. Schon den Kindern lehren, Andersgläubigen gegenüber tolerant und freundlich zu sein sowie möglichst nicht über Glaubensfragen zu streiten. Den Streitsegeln fehlt der Wind, wenn alle religiösen Wahrheiten ausgebreitet werden dürfen und dann gesehen wird, welche wir hinzufügen können.
3. Immer sollte es möglich sein, sich mit Andersgläubigen für eine gute Sache einzusetzen. Eine leise Stimme und tatkräftiger Einsatz sind dabei lärmendem Protest vorzuziehen.
4. Zusammenfassend sollten wir uns immer darum bemühen, das Menschenrecht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit zu wahren.
EU-Konferenzsprecherin
Hilfslieferung
Je internationaler die Kirche wird, desto mehr lernen wir als Mitglieder, über alle Konfessionsgrenzen hinweg  partnerschaftlich mit anderen freien Hilfsorganisationen zsammenzuarbeiten. Zählen wir an Mitgliederzahl weltweit noch nicht zu den großen Kirchen, so wird unsere Stimme doch schon weithin beachtet und werden die wirkungsvollen Hilfseinsätze hoch geschätzt.

Dazu Einsicht vermittelnde Schriftstellen:
KP, GA 13: Wir glauben, daß es recht ist, ... allen Menschen Gutes zu tun (https://www.lds.org/scriptures/pgp/a-of-f/1?lang=deu).
LuB 121:45: Laß dein Inneres ... erfüllt sein von Nächstenliebe zu allen Menschen (https://www.lds.org/scriptures/dc-testament/dc/121?lang=deu).
BM, Mormon 3:20: Darum schreibe ich an euch alle. Und ich schreibe euch aus dem Grund, damit ihr wißt, daß ihr alle vor dem Richterstuhl Christi stehen müßt, ja, jede Seele, die zur ganzen menschlichen Familie Adams gehört (https://www.lds.org/scriptures/bofm/morm/3?lang=deu).
NT, Apostelgeschichte 10:22: Der Hauptmann Kornelius (ein Heide), ... der beim ganzen Volk der Juden in gutem Ruf steht, hat von einem heiligen Engel die Weisung erhalten, dich (Petrus, das Oberhaupt der Judenchristen) in sein Haus holen zu lassen und zu hören, was du ihm zu sagen hast (https://www.bibleserver.com/text/LUT/Apostelgeschichte10).
AT, Jesaja 42:6: Ich, der HERR ... mache dich zum Bund mit dem Volk, zum Licht der Nationen (https://www.bibleserver.com/text/LUT/Jesaja42).



Sonntag, 5. November 2017

Freiheit im Eid und Bund


Mit meinen Gedanken war ich noch lange bei Beverly Campbell und der zweiten Frage unserer Besuchergruppe, welche Rolle die Frau in unserer Kirche spielt (siehe vorausgehendes Posting). Um es zu erklären, ist mir spontan eine Muschel eingefallen. Die Frau bildet das Innenleben, der Mann bietet Schutz durch den Muschelmantel, den die Schalen bilden. Im Zusammenhang mit dem gestellten Thema passt die Jakobsmuschel als Modell besonders gut. Ihr Merkmal ist die längs verlaufende Rippengliederung und ihr Name erinnert an Jakobus, den Bruder des Herrn. Sie kennzeichnet einen Pilgerweg, der in Nordspanien an die Grenze des Kontinents in die Kathedrale von Santiago de Compostela d.h. aus der Sicht der Gläubigen in die Nähe des Himmels führt. Wanderer wollen Freiheit genießen, Pilger ihrem Gott näher kommen. Wie lassen sich diese beiden Zielsetzungen vereinen? Jakobus war ein Judenchrist, für den Glaube ohne Werke nutzlos schien (NT, Jakobus 2:20). Können uns aber die Werke allein zum Ziel führen? Der Heidenapostel Paulus hatte am eigenen Leib erfahren, dass letztlich nur die Gnade Gottes entscheidend weiterführt.
Titelseite der Schrift (1520)
Ob Werke oder Gnade selig machen, war für Luther eine entscheidende Glaubensfrage, als er vor 500 Jahren mit dem Thesenanschlag in Wittenberg die Reformation auslöste. Auch für die Wiederherstellung der Kirche Jesu Christi ist dieses historische Ereignis sehr wichtig. Die Antwort gab Luther in seiner Schrift "Von der Freiheit eines Christenmenschen" und tendierte darin mehr zu der paulinischen Ansicht. Aus dem Buch Mormon wissen wir durch Nephi, dass die Errettung letztlich durch Gnade kommt, wenn wir aber zuvor alles getan haben, was wir selbst tun können. (BM, 2. Nephi 25:23; https://www.lds.org/scriptures/bofm/2-ne/25?lang=deu)
Der ZEIT-Autor Robert Leicht hat Luthers fürsorgliche und sicher auch für uns mögliche und verpflichtende Dimension eines evangelischen Freiheitsverständnisses so beschrieben: "Unsere Freiheit findet nicht etwa ihre Grenze an der Freiheit, sondern erst ihren Sinn in der Freiheit des anderen."  
Was vielen Christen heute wohl schwer fiele zu akzeptieren, diese Freiheit an einen Eid und Bund zu koppeln. Wir sprechen von einem stillen Eid und Bund, der auf Abraham zurückgeht (KP, Abraham 2:11; https://www.lds.org/scriptures/pgp/abr/2?lang=deu) und bei Erfüllung verheißt: "Wer bis ans Ende treu ist und alles tut, was Gott von seinem Priestertum fordert, der wird alles empfangen, was der Vater hat." (LuB 84:33-44; https://www.lds.org/scriptures/dc-testament/dc/84?lang=deu) Alles empfangen meint auch und besonders die Freiheit als entscheidendes Element göttlichen Handelns.
Das jetzt laufende Schriftstudium im Buch Mormon hat meine Frau und mich einen Abschnitt lesen lassen, in dem Korihor, ein Antichrist, die Glaubwürdigkeit des Hohenpriesters Alma anzweifelte. Dieser antwortete ihm:  
"Und nun, wenn wir für unsere Arbeit in der Kirche nichts empfangen, was nützt es uns dann, in der Kirche zu arbeiten, außer dass wir die Wahrheit verkünden, damit wir uns an der Freude unserer Brüder freuen?" (BM, Alma 30:34; https://www.lds.org/scriptures/bofm/alma/30?lang=deu) Ein Kennzeichen der Kirche Jesu Christi ist wie vor alters der priesterliche Dienst ohne Bezahlung. Hier komme ich auf das Muschelbeispiel zurück. So wie die Frau für ihren Dienst als Mutter nicht entlohnt wird, so sollte es dem sie beschützenden und für den Unterhalt sorgenden Mann als Priester auch geschehen. Es ist ein Dienst im Eid und Bund, der Frau wie Mann, fürsorglicher Mutter wie väterlichem Priester, gläubiger Familie wie offenherzigem Volk Wohlergehen und Freiheit schenkt.